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Postkarte als Motivation

28.06.2010

Die Postkarte hängt jetzt in der Fechthalle. New York, die Stadt, die niemals schläft, ziert die Vorderseite, aber viel wichtiger ist, was dahinter steht. „16 Jahre Schweiß und Blut waren nötig, um zum Weltcup nach New York zu kommen – es hat sich gelohnt!“ Fechterin Susanne Michaluk will den vielen jungen Talenten des FSC Jena ein Vorbild sein. Sie hat es geschafft, sie stand auf der Planche mitten in New York City.

„Es war ein riesiges Erlebnis in einer sehr großen und aufregenden, aber auch sehr sympathischen Stadt. Das muss man einfach gesehen und erlebt haben“, erzählt Michaluk. Der Wettkampf selbst sei mit deutschen oder europäischen Verhältnissen nicht zu vergleichen. „Alles ist einfach ein bisschen größer“, sagt sie. Und sie hatte eine unglückliche, schwere erste Runde. Gegen die Britin Claire Bennett gewann sie mit 5:3 – es blieb ihr einziger Sieg im Tableau. Unter anderem verlor sie gegen die ehemalige Jenaer Fair-Cup-Siegerin Lee Kiefer. Hinzu kam ein unglückliches, weil zu Beginn der Runde verschlafenes Match mit einer unnötigen Niederlage gegen die Chilenin Paula Sivla. „Besonders geärgert hat mich aber das 3:4 gegen die Amerikanerin Lauren Miller“, sagt Michaluk. Erst in der Verlängerung wurde dieses Duell entschieden. „Und ein Sieg hätte mir zum Weiterkommen gereicht“, sagt die Jenaerin. So blieb es beim Zuschauen und Platz 97 von 115 Startern. Doch damit kann Susanne Michaluk leben. „Natürlich ist es schade, weil die direkte Qualifikation drin war.“ Aber das Erlebnis als solches sei alle Strapazen wert gewesen.

Der Rückflug nach Berlin hatte es dann in sich: „Das war holprig: Erst kam der Rollbag nicht mit nach Berlin, sondern blieb in New York, dann gab es eine nervenaufreibende Bombendrohung am Berliner Flughafen. Als der Rollbag zwei Tage später nach Jena geliefert wurde, war er beschädigt“, berichtet Michaluk. Ihr erster Weg führte sie natürlich in die Jenaer Fechthalle. Dort hing schon lange ihre Postkarte aus New York. Trainer Wolfgang Bohn hatte sie als Motivationshilfe für Wegener und Co. aufgehängt. „Es braucht nicht nur 16 Jahre Schweiß, sondern vor allem Einsatzwillen und ein hohes fechterisches Vermögen, die Unterstützung des Vereins und die Zugehörigkeit zu einem Team“, sagt Bohn.

Susanne M. und Michael S. in New York

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