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Presseberichte - Leonie Ebert aus Tauberbischofsheim gewinnt den 10. Fair-Resort-Cup

31.01.2015

PresseechoFoto: Peter Poser

Leonie Ebert aus Tauberbischofsheim(links) krönte sich am Samstag zur Florettkönigin von Jena. Über den gesamten vom hiesigen Fechtclub FSC ausgerichteten Turniertag hinweg war sie die dominierende Fechterin. Das große Finale vor 250 Zuschauern gegen Pia Ueltgesforth aus Moers gewann Ebert nach anfänglich ausgeglichenem Kampf nach den drei Runden mit 12:8: Damit verteidigte die 15-Jährige ihren Titel in Jena und durfte erneut das Siegerfahrrad mitnehmen. 

31.01.2015

"Durch diese Talsohle gehen wir jetzt"

Von Michael Ulbrich

Bei diesem 19. Qualifikationsturnier im Florettfechten wurde nur an einem, statt an zwei Tagen gefochten. Altmeister Michael Stanek vom FSC-Vorstand über die Hintergründe.

Herr Stanek, warum wurde aus dem Zwei- ein Eintagesturnier?
Da gibt es verschiedene Gründe Da sind zum Beispiel die zurückgehenden Teilnehmerzahlen Das liegt zum einen an den immer weniger werdenden fechtenden Kindern und zum anderen an den Konkurrenzturnieren im Ausland. Man muss aber auch erwähnen dass es sich international immer mehr durchsetzt, nur noch an einem Tag zu fechten. Ich denke dass dies eine gute Regelung ist die Vorteile hat.

Welche zum Beispiel?
Es fallen ja nun die Hoffnungsläufe weg. Dass man verliert und doch weitermachen darf, gibt es ja später auch nicht mehr. So wird man früh daran gewöhnt. Für uns als Verein ist es natürlich auch eine Kostenfrage. Die Technik muss nicht mehr für zwei Tage gemietet, die Kampfrichtet nur noch einen Tag bezahlt werden. Da macht Kleinvieh auch Mist.

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Foto: Jürgen Scheere

Woran liegt es denn, dass der Nachwuchs fehlt?
Man fängt mit den Kindern an, versucht, sie mit guter Laune ans Fechten heranzuführen. Wenn es aber ernst wird, Wettkämpfe ins Auge gefasst werden, trainiert werden soll, folgt bei vielen das Stoppschild. Das liegt zum Teil an den Eltern, die zunächst der Schule Priorität geben. Es muss eine Sprache gelernt, ein Instrument gespielt werden. Dazu kommt das große Angebot an Freizeitaktivitäten oder Modesportarten. Der Konkurrenzkampf um Kinder ist groß. Das geht allen Sportarten so.

Kann es passieren, dass das Fechten gar vom Sportgymnasium verschwindet?
Wir gehen momentan durch diese Talsohle. Die Nachwuchsarbeit lag jahrelang brach - und das spüren wir jetzt extrem. Aber wir arbeiten daran.

31.01.2015

Im Urlaub - Arantza Inostroza aus Chile hatte beim 10. Fair-Resort-Cup niemand auf dem Zettel - am Ende wurde sie Elfte.

Von Michael Ulbrich

Jena. Luciano Inostroza-Budinich lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Entspannt verfolgt der 46 Jahre alte Chilene, wie sein Töchterchen Arantza, gerade 14 Jahre jung, auf der Planche wirbelt. Leichtfüßig, flink und gnadenlos serviert die junge Dame aus Südamerika die Kontrahentinnen beim 10. Fair-Resort­Cup reihenweise ab.

Neun ihrer zehn Vorrundenduelle gewinnt die zierliche Chilenin - und erobert sich so die Rolle der großen unbekannten Geheimfavoritin. "Wir sind eigentlich im Urlaub hier in Europa", sagt der Papa und lächelt. Also zumindest für ihn gelte das - Arantza wird noch in der kommenden Woche beim Turnier in Moers und sieben Tage später in Paris auf der Planche stehen.

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Foto: Jürgen Scheere

Er, der Sport- und Französischlehrer aus Santiago de Chile, gibt sich bescheiden. "Nein, gewinnen wollen wir hier nicht." Es ist ihr erster Besuch in Jena, den Stadtbummel habe man schon erledigt und sei angetan von der Thüringer Metropole. Arantzas Blick hat sich derweil auf das Duell im' Direktausscheid der besten 32 gerichtet. Dort, trifft sie auf die Bonnerin Annalena Shigihara. Eine harte Nuss, gegen die Inostroza lange klar führt, um dann doch einen Hauch Nervosität zu zeigen. "Das Turnier begann am Morgen gegen halb neun. Es ist schwer, bis zum späten Nachmittag immer voll konzentriert zu sein", sagt der Papa. Er redet ganz ruhig auf seine Arantza ein. Die setzt sich durch. 15:14. Derweil wird der Hauptpreis in den Saal geholt, das Fahrrad. Arantza lächelt, der Papa erklärt: "Das würde schwierig, es nach Chile zu bringen".

In der Heimat ist er kein Unbekannter. Als erfolgreicher Fecht-Trainer führte er seinen vier Jahre jüngeren Bruder Paris zu zwei seiner fünf Olympischen Spiele. "Ich war in Peking und in London als Coach dabei", sagt er leise, bescheiden eben. Bei den Pan-Amerika-Spielen stand sein Bruder sogar auf dem Treppchen. Er selbst habe auch einmal gefochten. "Das ist aber lange her." Sagt's und lacht.

Arantza hat das Fechten im Familienblut. Die nächste Gegnerin, Kari Weiner vom Olympia-Stützpunkt 'aus Bonn, ist vorgewarnt. Sie überrascht die junge Chilenin mit einem sehr offensiven Stil und gewinnt mit 15:5! Bis ins Halbfinale führt Weiners Weg. Dort scheitert sie an Pia Ueltgesforth aus Moers. Und die ist chancenlos im großen Finale gegen die Vorjahressiegerin Leonie Ebert aus Tauberbischofsheim. Die radelt mit ihrem inzwischen zweiten Fair-Cup-Drahtesel davon. Enttäuscht sind Arantza und ihr Papa derweil nicht. "In zwei Jahren kommen wir vielleicht wieder", sagt Luciano. Unbedingt!

31.01.2015

Seitenwechsler und Ordnungshüter - Von der Aktiven zur Kampfrichterin wurde Elisabeth Stoß. Marion Sourisseaux ist für die Pässe zuständig.

Von Michael Ulbrich

Jena. Elisabeth Stoß schaut genau hin. "Fertig! Los!" - Schon klirren die Klingen. Die 18 Jahre alte Jenaerin stand bis vor einem Jahr noch selbst als Fechterin beim Fair-Resort-Cup auf der Piste. Jetzt ist sie zu alt - und Kampfrichterin. "Das ist schon ein bisschen ungewohnt", sagt sie lächelnd. Zumal ihr eigener letzter Wettkampf noch 2014 war. "Deshalb kribbelt es doch ganz schön in den Fingerspitzen", sagt sie. Mitmachen darf sie aber nicht. "Und wenn man selbst nicht ficht, gibt es auch keinen Druck", sagt Stoß.

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Foto: Jürgen Scheere

Und wenn sie die jungen Damen so beobachtet, muss sie doch hier und da schmunzeln. "Weil man sich selbst sehr oft wiedererkennt. Jeder fängt schließlich mal klein an", bemerkt die Sportgymnasiastin. Eine extra Prüfung zur Kampfrichterin musste sie nicht ablegen; die Regeln sind ihr als Aktive bekannt. Ans große Fair-Resort-Cup-Finale aber traut sie sich dennoch nicht ohne weiteres ran. "Ich war ja schon in der Vorrunde ein bisschen nervös", sagt sie und lacht. Jetzt wisse sie auch um die zwei Sichten auf ein Duell. "Einmal als Fechterin, einmal als Kampfrichter." Leider lässt sich das nur schlecht vereinen. "Als Fechter denkst du ja nicht daran, dass es auch der Kampfrichter schwer hat", sagt Stoß, die Seitenwechslerin für einen Wettkampftag. "Fertig! Los!"

Bei Marion Sourisseaux hat alles seine Ordnung. Die Schatzmeisterin des FSC Jena war für die Fechtpässe aller 122 Teilnehmerinnen verantwortlich. "Die sind nach Städten sortiert." Die Fechthochburgen Bonn, Berlin und Tauberbischofsheim haben sogar ihre eigenen Fächer, während sich München und Münster beispielsweise eines teilen. In den Fächern geht es alphabetisch zu. Wenn eine aus dem Turnier ausschied, war der Pass so geschwind gefunden - "Nur noch die Platzierung eintragen", sagt Marion Sourisseaux.