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Fair Resort Cup 2013: Opas Trost nach großem Kampf

10.02.2013

Maike Hammers (16) vom FSC Jena wird "nur" Siebente, weil am Ende die Kraft nicht reicht

Von Michael Ulbrich

Jena. Maike Hammers ist ganz still. Ein paar Schritte geht sie von der Planche. Das Florett legt die 16-Jährige behutsam zur Seite, Handschuh, Maske und Weste folgen. Allein sein. Einfach nur allein sein. Es ist nicht das gerade erlittene 2:12 gegen die Bonnerin Julia Braun, das am meisten schmerzt. Gewinnen wollte sie. "Unbedingt gewinnen", wie sie sagt. Die erste Jenaerin sein, die dieses Heimturnier gewinnt. Für sich. Für die Familie.

Trost spendet aber Opa Peter. "Er hat mir gut zugeredet, mir gesagt, dass er stolz auf mich ist", sagt Hammers, die am Ende Siebente ist. Wieder Siebente. Schon wieder. "Wie beim letzten Mal", sagt die junge Dame. Eine Träne wischt sie sich aus dem Auge. Dominiert hat sie die Vorrunde, nur ein Gefecht verloren. Durchmarschiert ist sie bis unter die ersten Zwölf. Dann will es das Los, dass sie gegen Kim Kirschen aus Berlin ran muss.

Es ist das vorgezogene Finale zwischen den beiden besten Fechterinnen dieses Turniers. "Ich hatte schon etwas Angst", sagt Kim Kirschen hinterher. Maike Hammers hält tapfer mit, führt sogar zwischendrin mit 4:3. Der Opa fiebert draußen mit. Die Enkelin agiert offensiv. Zu offensiv? "Nein", sagt sie. "Das war richtig. Ich bin dann aber nicht mehr hingekommen." Hammers verliert 7:13, gewinnt hernach im Hoffnungsrundenkrimi gegen Jule Shigihara mit 14:10. Weil sie da .volle Tüte" gegangen ist, wie ihr Trainer Wolfgang Bohn sagt. Doch es war zu viel des Guten: Der Oberschenkel zwickt, triefnass klebt das T-Shirt unter der Weste. Der Lohn: das Finale der besten Acht. Und da ist diese Julia Braun aus Bonn.

Das erste Drittel gestaltet Hammers offen, liegt nur 2:3 hinten. Doch dann bricht es über die Jenaerin herein. Braun setzt Hieb um Hieb - und Hammers verzweifelt, sucht ihr Heil im Angriff. Bis zum 2:12 aus ihrer Sicht. "Dann habe ich mich etwas zurückgezogen, wollte nicht vorzeitig 2:15 verlieren", erzählt sie.

Fair Resort Cup 2013 - Maike Hammers Viertelfinale

Maike Hammers (li.) musste sich der Bonnerin Julia Braun beugen

Die erste Umarmung gibt es noch. an der Planche, die beste Freundin, Elisabeth Stoß, drückt ihre Vereinskameradin fest an sich. Dann will sie allein sein. Ganz allein. Nur Opa Peter darf sie trösten. "Es war diesmal sehr besonders für mich", sagt Hammers. Ihre Oma Gudrun, die stets lautstark an der Planche anfeuerte, war kurz vor Weihnachten gestorben. "Ich habe heute auch für sie gekämpft", sagt sie leise. Wieder eine Träne. Maike Hammers ist ganz still.