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Großes leisten

26.01.2013

Heute und morgen steigt der Fair-Resort-Cup des FSC Jena. Der letzte Meldestand lag bei 157 Starterinnen aus sieben Nationen

 

Von Michael Ulbrich

Jena. Alles beginnt mit einem guten Frühstück. „Wobei die Betonung auf ’früh’ liegt“, sagt Elisabeth Stoß. Der  Wecker bimmelt kurz nach sieben, hernach gibt es in der Mensa des Sportinternats alles Wichtige, um diesen wichtigen Tag zu überstehen. Denn heute steigt der Fair-Resort-Cup in Jena, zum 17. Mal wird das  traditionsreiche WM-Qualifikationsturnier der Kadetten (A-Jugend) hier ausgerichtet. „Und es ist immer etwas Besonderes“, sagt Elisabeth Stoß. Die 16-Jährige hat sich gut vorbereitet. Vom Jenaer  Landesleistungszentrum sind dieses Mal sieben Florettfechterinnen am Start, fünf davon vom FSC Jena. Der letzte Meldestand lag bei 157 Starterinnen aus sieben Nationen. Einst waren es mehr. Doch  Terminverschiebungen und die Hereinnahme der so genannenten CC-Turniere durch die Europäische Fecht-Union haben das internationale Interesse an dem Jenaer Turnier etwas abflauen lassen. „Die  deutschen Spitzenfechterinnen sind aber alle da“, sagt Elisabeth Stoß. Deshalb werde es ein harter Kampf für alle, hochklassige Duelle auf der Planche sind garantiert. Illusionen, am Sonntag gegen 15 Uhr auf der Hochbahn im Fair-Hotel das große Finale zu bestreiten, macht sich Elisabeth Stoß nicht. Den zweiten  Turniertag und den damit verbundenen Einzug in den Direktausscheid der besten 64 setzt sie sich zum Ziel. „Wenn von mir ein bestimmter Platz gefordert wird, verspüre ich gerade einen unheimlichen Druck, diesen auch zu erreichen, um keinen zu enttäuschen“, sagt sie. „Deshalb setze ich mir zwar Ziele − versuche die aber nicht, mit aller Kraft zu erwingen.“ Freilich werde sie ihr „Allerbestes“ geben, denn für den Sonntag hat sich zusätzliche familiäre Unterstützung angesagt: „Dann kommt mein Bruder Christian. Und das ist ein Grund mehr, noch stärker zu kämpfen.“ Damit beschreibt sie auch das besondere Flair des Fair-Resort-Cups für die hiesigen Starterinnen. Es ist ihr Heimspiel, ihre Chance, sich der stolzen Verwandtschaft einmal vor Ort zu präsentieren. Gut drauf sei sie, sagt Elisabeth Stoß. Bei den letzten Lektionen im Training hat sie sich den Feinschliff geholt − aus ihrer Verletzungspause seit November ist sie erstarkt und mit neuer  Kurzhaarfrisur gekommen. Coco-Chanel-artig. „Als sie sich ihre Haare einmal kurz schneiden ließ, sagte einer: 'Wenn eine Frau ihre Haare abschneidet, wird sie bald etwas Großes in ihrem Leben leisten!'“, sagt die Fechterin und lacht. Etwas Großes. Dazu hat die junge Dame nun zwei Tage Gelegenheit. „Das geht aber nur gestärkt. Deshalb ist das Frühstück ja so wichtig“, sagt sie. Cornflakes mit Milch, etwas Joghurt und − ganz wichtig − ein Brötchen mit Nutella. „Und mit meiner Freundin Maike Hammers“, sagt sie. Der räumt Elisabeth Stoß sogar Siegchancen ein. „Drauf hat sie es“, sagt sie. Los geht es am Sonnabend, um 9.30 Uhr, in der  Halle des Fair-Hotels, das große Finalduell steigt dann am Sonntag gegen 15 Uhr. „Aber eines nach dem anderen“, sagt Elisabeth Stoß. Genau. Erstmal: frühstücken.