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Offene Mitteldeutsche Meisterschaften 2012

25.09.2012

Die Älteren sind reifer geworden 

Von Michael Ulbrich (TLZ)

Jena. Aller Anfang ist schwer. Selbst für Maike Hammers. Die Florettfechterin des FSC Jena hat so ihre liebe Müh' und Not in den ersten Gefechten des Tages. Jeder einzelne Treffer, den sie fängt, wurmt. Die Hälfte aller Duelle in ihrer Vorrundengruppe kann sie gewinnen. Nur. Oder: immerhin. Denn bei den Mitteldeutschen Meisterschaften im Damenflorett gibt es für die A-Jugendliche kaum Laufkundschaft.

Ein paar Altgediente beweisen sich mit Bravour. Isabell Küffner gewinnt vier ihrer sechs Gefechte, Katja Kliewer - inzwischen PSV Weimar - deren fünf. Sie sind weiter. Alle sind weiter. 28 Fechterinnen sind am Samstag mit ihrem Florett angetreten, alle 28 erreichen den ersten Direktausscheid. Auch Fabienne Binde!. Die ist neu beim FSC Jena. Das Fecht­Küken kommt aus Weimar. Trainer Wolfgang Bohn sagt, sie sei eine "sehr angenehme Fechterin", Bindel trainiert in seiner Trainingsgruppe, lernt aber nicht am Sportgymnasium. Mit Platz 21 unter 28 Fechterinnen kann sie am Ende leben. "Ein guter Einstieg", sagt Bohn. 

Offene Mitteldeutsche Meisterschaften 2012 in Jena

Aug' in Aug': Fabienne Bindel (links) hatte bei den Mitteldeutschen Meisterschaften ihren ersten Auftritt als Fechterin des FSC Jena.

Es ist der Einstieg für alle. Die Mitteldeutschen Titelkämpfe sind der Saisonauftakt. "Und wenn man da gut ficht, wird es dann noch besser", sagt Hammers und lacht. Im Direktausscheid traf sie ausgerechnet auf Elisabeth Stoß. Auch sie startet für den FSC Jena. "Wir sind Freundinnen und gegeneinander ficht man da ungern", sagt Hammers.

Offene Mitteldeutsche Meisterschaften 2012 in Jena

Fechten aus der Bodenperspektive: Die Jenaerin Maike Hammers (links) und Elisabeth Stoß trafen im Direktausscheid aufeinander. Das bessere Ende hatte Hammers für sich.

Sie gewinnt 4:2 auf Zeit. Stoß ist zufrieden. "Ich habe das ganze Turnier gut gefochten und das ist die Hauptsache. Es war ja 'ein Aktiven­ und Juniorenturnier, da kann ich nicht ganz so viel erwarten", sagt die A-Jugendliche. 

Maike Hammers marschiert weiter, schlägt Diana Damm 15:1 - und muss dann gegen Lena Müller ran. "Die war einfach zu gut und ich bin wieder nur losgestürzt", sagt Hammers nach dem 7: 15 im Finale der besten Acht. Besser vorbereiten müsse sie die Angriffe, sich mehr auf das Wesentliche konzentrieren. "Du musst ihre Mensur stören und dann voll durchziehen", sagt Hammers. Ihr Trainer pflichtet ihr bei: "Die Müller kann und muss sie schlagen". So blieb Hammers Platz acht. Direkt davor landen' Theresa Luge als Siebente und Isabell Küffner als Sechste. Letztere ist bereits Aktive. "Man merkt, dass die beiden bei mir groß geworden sind. Sie können es noch", sagt Bohn und fügt verschmitzt an: "Die Älteren sind reifer geworden". Sie können mithalten und ganze Gefechte dominieren.

Offene Mitteldeutsche Meisterschaften 2012 in Jena
Auf dem sechsten Rang landete Isabell Küffner - und wurde damit beste Jenaerin.
Offene Mitteldeutsche Meisterschaften 2012 in Jena
Rang sieben ist das formidable Resultat von Theresa Luge vom FSC Jena.
Offene Mitteldeutsche Meisterschaften 2012 in Jena
Auf Platz acht schaffte es die A-Jugendliche Maike Hammers beim Turnier in Jena.
Offene Mitteldeutsche Meisterschaften 2012 in Jena
Sichtlich Spaß macht Fabienne Bindel die Arbeit mit Trainer Wolfgang Bohn.

Michael Stanek hat das Florett eigentlich schon an den Nagel gehängt. Doch wenn schon eine solche Mitteldeutsche Meisterschaft direkt vor der Haustür stattfindet, kann auch der Jenaer Altmeister nicht Nein sagen. Stanek marschierte durch die Runden, verlor am Ende nur das große Finale gegen den Hallenser Eric Braatz mit 11:15. Der Jenaer Johannes Karmann wurde gemeinsam mit Oliver Precht Dritter. Stanek entgeht durch die Niederlage der Hauptpreis: ein Hufix. Ein was? Es ist eine Art Campingkocher, entwickelt von FSC- Fechter Johannes Hufnag! Wolfgang Bohn hat auch noch keinen Hufix. Extra Training für den Coach, damit dieser vielleicht in einem Jahr auf der Planche darum streiten kann, wird es aber nicht geben, sagt er. Hufix-Erfinder Hufnagl belegt im Endklassement Rang zwölf. 

Fünf Plätze dahinter hat sich Dr. Carsten Dorow eingefunden. Am Samstag schon ist er bei der Damenkonkurrenz vor Ort – als Arzt. Von Autor Ken Follett hat er sich die „Säulen der Erde“ als Lektüre mitgebracht. Mindestens genauso spannend sind die Gefechte. „Am Ende geht dem Doc aber die Puste aus“, sagt Bohn und grinst. „In dem Fall ist der Reifere älter geworden.“ Sagt es und grinst weiter.

Maike Hammers ist am Sonntag zu den Herren noch als Zuschauerin vor Ort. Den einen oder anderen Kniff könne man sich schon von den erfahrenen Fechtern abschauen. Schließlich hat sie viel vor in dieser Saison. Der Anfang ist immerhin gemacht – auch wenn der recht schwer gewesen ist.