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Maike Hammers aus Jena verpasst nur knapp eine Medaille

11.11.2011

Fechten, Fair-Resort-Cup: Maike Hammers aus Jena verpasst nur knapp eine Medaille

Von Michael Ulbrich (OTZ)

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Jena. Ein bisschen traurig sei sie schon, sagt Maike Hammers. Gerade läuft das Finale. Kim Kirschen liegt vorn. Valentina Moor verzweifelt. "Gegen die habe ich gewonnen", sagt die Jenaerin leise. Und wenn die im Finale steht, könne sie das auch. Aber es hat nicht sollen sein.

„Das i-Tüpfelchen wäre es gewesen, das stimmt“. sagt Trainer Wolfgang Bohn. Aber: Maike Hammers hatte sich zum Ziel gesetzt, unter die besten Acht des Fair-Resort-Cups zu kommen. „Und das, hat sie sensationell geschafft", sagt der Trainer. Die 15-Jährige sei auf dem besten Wege, in große Fußstapfen zu treten. Die von Susanne Michaluk oder Marike Wegener. „Sie hat das Zeug dazu, international dabei zu sein“, sagt ihr Trainer. Was für ganz vorn gefehlt habe? Schwierig, sagt Bohn. Es war wohl die Erfahrung. „Es ist eine Frage der Reife.“ Hammers habe ihr Ziel erreicht und habe mit der Situation umgehen müssen, noch mehr schaffen zu können. „Das ist gar nicht so einfach“, sagt Bohn. Man hat, was man will und soll dann noch eine Schippe drauflegen.

Fair Resort Cup 2011

So wie im Duell um den Einzug unter die besten zwölf gegen Tabea Wiskemann. Maike Hammers kontrolliert das Geschehen, führt schnell 5:0, Bohn gibt Applaus. Doch dann holt die Gegnerin Punkt um Punkt auf. 3:8, 6:8. „Du musst Mut haben“. ruft der Coach von draußen. Maike gehorcht: setzt wieder einen Treffer zur rechten Zeit. „Das ist ihre Stärke“, sagt Bohn. Hammers hat Nerven. Doch auch die sind irgendwann derart strapaziert: dass sie zu reißen drohen. 7:9,8:9. Wiskemann ist auf einen Treffer dran. Wolfgang Bohn wird nun lauter. „Geh drauf. Mache selber was!“ Der Ton wird rauer. „Auch das muss manchmal sein“ sagt er leise. Hammers trifft, sie führt nun 10:8. Vom Trainer gibt es Schulterklopfen – doch noch ist das Duell nicht gewonnen. Und jetzt: Attacke!

Wolfgang Bohn grantelt mit seinem Schützling. 11:8 führt Maike Hammers. Dann verkürzt Wiskemann auf 9:11. Maike Hammers interessiert sich nur noch für die Restlaufzeit der Runde. Zwei Sekunden. Das beruhigt. „Einen Schritt vor, raus und Linie“, ruft Bohn. Dann iat Schluss. Das Nervenspiel ist gewonnen.

Maike Hammers schlägt anschließend die spätere Finalistin Valentina Moor. Doch die kommt über die Hoffnungsrunde zurück – und dann wird es deutlich: Hammers ist mit den Kräften am Ende, verliert 2:15. Deshalb bleibt schließlich Rang sieben und ein Handtuch als Gewinn. Scharf ist sie trotzdem auf das Siegerfahrrad, das Kim Kirschen nach dem 15:11 über Moor im finalen Duell mit nach Berlin nehmen darf. „Im nächsten Jahr will ich gewinnen“, sagt Hammers.

Fair Resort Cup 2011

Ein hehres Ziel, freilich! Aber ein machbares. Schon 2011 liest sich ihre Bilanz eindrucksvoll. Nun wird fleißig trainiert, um in zwölf Monaten nicht mehr traurig zuschauen zu müssen, wenn sich die besten zwei Fechterinnen beim Fair­Resort-Cup um das Fahrrad streiten.

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