Logo FSC-Jena

Hungrige Wölfinnen beißen gut

04.11.2011

An diesem Wochenende steigt der 7. Fair-Resort-Cup des FSC Jena. Es ist wieder ein WM-Qualifikationsturnier.

Florettfechterinnen aus fünf Nationen werden auf 24 Bahnen erwartet.

Von Michael Ulbrich (Quelle: OTZ)

Jena. Wolfgang Bohn fühlt sich topfit. "Ich bin schließlich nur vor der Flinte",sagt der Fechttrainer. Lektion. So heißt die individuelle Übungseinheit. Ins Schwitzen kommt man dabei sehr wohl. Auch als Trainer. Denn aktuell bereitet er seine Equipe auf den Höhepunkt des Jahres vor. Das Heimspiel steht wieder an: Am Wochenende steigt der 7. Fair-Resort-Cup des FSC Jena. Es ist wieder ein WM -Qualifikationsturnier.

Vom Geiste her sei er ein ruhiger und ausgeglichener Trainer, sagt Bohn. Naja, Schützling Maike Hammers schaut plötzlich ganz skeptisch. "Okay", sagt Bohn "Ich bin auch mal emotional. Aber das gehört ja wohl dazu." Wie wahr. Die Art des Coaches sei leistungsfördernd, bemerkt Hammers. "Die Ruhe geht auf einen über. Wenn der Trainer draußen rumstressen würde, gäbe es doch noch mehr Druck", sagt die 15-Jährige. Die Ruhe des Wolfgang Bohn tue gut. "Die Fechterin braucht auf der Planche Rückhalt, Orientierung und auch Hilfe", sagt Bohn. Dafür sei er da. So richtig aufbrausend ist keine seiner Damen. "Die letzte, die immer lauter wurde, je ruhiger ich wurde, war ]uliane Beier", erinnert sich Bohn, Vielleicht sei Elisabeth Stoß, die auch am Fair-Cup teilnehmen wird, mal wieder eine Kandidatin. "Sie hat mich zumindest schon mal weggeschickt. Aber das war nicht böse gemeint", sagt Bohn und lacht.

Am Samstag und Sonntag wird Elisabeth Stoß das ganz sicher nicht machen. "Ich bin eigentlich ganz gut in Form", sagt sie. Im Vorjahr landete sie auf Rang 44. "Und auch diesmal  möchte ich unter die besten 64 kommen", sagt sie. Das Teilnehmerfeld wird heuer etwas größer sein. Waren im Vorjahr 127 Fechterinnen des A-Jugend­Jahrgangs nach Jena gekommen, werden es diesmal über 150 sein. „160 Meldungen haben wir schon. Aber man weiß nie, ob Verletzungen oder Krankheiten das Feld noch leicht dezimieren", sagt Steffen KammeI, Vorstandsmitglied beim FSC Jena. Aus fünf Nationen werden die Kadetten anreisen, das Gros kommt dabei freilich aus Deutschland. Dazu gesellen sich noch Athleten aus Belgien, den Niederlanden, Lettland und aus der Fechtsportnation Ungarn. "Wir werden 24 Bahnen bereitstellen, auf denen zwei Tage gefochten wird", sagt Kamme!. Das Finale steigt dann wieder am Sonntag ab 16 Uhr auf einer eigens aufgebauten Hochbahn vor großem Publikum.

Presskonferenz FairCup 2011

Und wer weiß, vielleicht ist Maike Hammers dabei. "Ich möchte unter die besten acht kommen", sagt sie. Vor Jahresfrist wurde sie Überraschungszwölfte. "Diesmal soll es ein bisschen mehr sein", sagt sie. Ob der große Wurf gelingt, hängt freilich auch von der Tagesform ab. "Vorher gibt's eine Diät", sagt Bohn und lacht. Den fragenden Blick seines Schützlings beantwortet der Fechtlehrer salopp: "Hungrige Wölfinnen beißen gut."

Das soll auch für Lena-Martha Ebersbach gelten. "Den Direktausscheid der besten 32 will ich schaffen", sagt sie. Was darüber hinaus kommt, sei Bonus. Ähnlich gelagert ist die Zielstellung bei Saskia Jahns: "Beste 64 und dann mal schauen", sagt sie. Ganz ruhig geht Juliane Biederrnann, Jahrgang 1998, die Angelegenheit an: "Es ist das erste Mal, dass ich teilnehme. Klar ist der Direktausscheid der besten 64 ein Ziel für mich. Aber es wird schwierig", sagt sie. Auch Luise Kober macht keinen Hehl daraus, den ersten Wettkampf tag überstehen zu müssen: "Die besten 64 sollen es werden, damit ich Punkte für die Rangliste sammeln kann, um dann beim Turnier in Tauberbischofsheim starten zu können", sagt sie.