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Michael Stanek gewinnt Mitteleuropäische Meisterschaft

30.09.2011

Einfach mal nicht nachgedacht

Von Michael Ulbrich

Jena. Wenn Vati früh zum Fechten geht, dann gewinnt er auch. Michael Stanek gönnt sich das "eine Mal im Jahr", wie er sagt, um auf der Planche zu beweisen,

dass er nichts verlernt hat. Der Altmeister, inzwischen stolzer Papa des kleinen Theo, gewann die Mitteleuropäischen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Jena. Und das so richtig souverän, nicht einmal sein jüngerer Bruder Thomas konnte ihn aufhalten. Im finalen Duell der Gebrüder Stanek siegte Michael mit 15:10.

 

MEM 2011 Thomas Stanek

Thomas Stanek (re.) im Duell gegen Bernd Stöhr (TSG Halle Neustadt)

 

Markus Wallberg ist Jahrgang 1968. "Ein alter Haudegen", sagt Jenas Trainer Wolfgang Bohn über seinen ehemaligen Schützling, der in Jena wohnt, aber für TuS Osterburg Weida startet. "Weil die mehr Augenmerk auf den Degen legen", sagt Bohn. Wallberg focht sich bis ins Finale. "Und in dem hat er dann endlich geschwitzt", sagt Bohn lächelnd. Mit 14:15 ging dies gegen den Berliner Uwe Kirschen verloren. "Er konnte da seine konditionelle Stärke nicht ganz so ausspielen", sagt Bohn mit Blick auf den erschöpften Wallberg.

Richtig stolz machte Bohn das Abschneiden seiner Tochter Florentine. Die 17-Jährige erwischte einen guten Tag, kämpfte sich auf Gesamtrang fünf vor, landete in der Juniorenwertung gar auf Platz drei. "So ein Tag bringt schon ordentlich Motivation", sagt sie. Fechten sei Kopfsache, vor allem bei ihr. "Ich denke oft zu viel nach und dann wird es nichts", sagt Bohn. Diesmal sei alles anders gewesen. "Ich bin auf die Bahn und habe nicht darüber nachgedacht, zu gewinnen oder zu verlieren. Ich habe einfach gefochten." Schluss war dann für die beste Jenaerin an diesem Tag im Direktausscheid der besten Acht gegen Lena Müller. "Ich war mit den Kräften am Ende, meine Schwachstelle ist die Kondition, an der ich arbeiten muss", sagt die junge Bohn. 2013 will sie ihr Abitur am hiesigen Sportgymnasium bauen. "Bis dahin fechte ich weiter", sagt sie. Was. danach kommt, ließ sie offen.

MEM 2011 Florentine Bohn

Lena Martha Ebersbach kam auf Platz 15 ein - und war enttäuscht über sich selbst. "Ich habe die Vorrunde nicht gut gefochten", sagt die Jenaerin. Deshalb war sie anschließend im Tableau schlecht platziert und musste gleich gegen Stephanie Romanus ran. Gegen die ist aktuell kein Kraut gewachsen, die spätere Gesamtsiegerin putzte Ebersbach mit 15:3 von der Planche. Motivation nimmt Ebersbach aus einem Duell davor. "Da lag ich 1:8 hinten und habe am Ende doch noch gewonnen", sagt sie. Das gebe Selbstvertrauen für die nächsten Wochen.

2011 MEM Stephanie Romanus

Nicht mit am Start in Jena waren Marike Wegener, Elisabeth Stoß und Maike Hammers. "Die drei waren bei einem WM­Vorbereitungslehrgang in Tauberbischofsheim", sagt Trainer Wolfgang Bohn.