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Finten, Paraden und ein Zaubertrank

01.06.2011

Charlotte Krause aus Bonn gewinnt das Nationale Qualifikations-Turnier des Deutschen Fechterbundes in Jena. Marike Wegener vom FSC wird als Neunte beste Jenaerin.

Von Michael Ulbrich (OTZ)

Jena. Maike Hammers setzt zum Stoß an. Daneben. Kampfposition. Dieses Duell muss sie gewinnen. „Jetzt konzentriere dich endlich mal.“ Trainer Wolfgang Bohn schnauft wild neben der Planche. „Konsequenter!“ Sie tut es. Siegt. Schreit. Wolfgang Bohn rümpft die Nase. „So wie du fechte ich noch in 40 Jahren.“ Maike Hammers muss grinsen. „Und Maike, nimm dir erst mal einen Kaffee, dass du hoch kommst.“ Dann gehen sie getrennter Wege. „So ist der Coach“, sagt Hammers leise. Die Aufregung, hier vor heimischer Kulisse zu fechten, sei eben besonders groß. „Und deshalb ist auch Druck da“, sagt die 14-Jährige.

Auf den Rat des Wolfgang Bohn hört sich freilich nicht. „Nee, Kaffee ist jetzt nicht mein Ding. Ich bleibe lieber beim Zaubertrank von meiner Mama.“ Sagt sie und nimmt einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Nach der Rückkehr auf die Planche läuft es rund. Wieder jubelt sie ausgelassen über einen Sieg. „Die Vorrunde hab ich überstanden.“

Für Marike Wegener ist das gar kein Problem. Sie gewinnt alle sechs Duelle. Platz 72 ist nötig, um die nächste Runde zu erreichen. Der Rest ist weiter und doch nicht zufrieden. Derweil setzt Wegener ihren Siegeszug fort. Lene Martha Ebersbach kämpft sich auf Rang 64. Trainer Bohn schimpft nicht: „Das ist in Ordnung.“

Das meint er auch zu Endplatzierung 57 bei Elisabeth Stoß. „Wenn man bedenkt, dass ich schon etwas angeschlagen in das Turnier gegangen bin, stimmt das Ergebnis mich doch zufrieden“, sagt sie.

Zwei Jenaerinnen verbleiben noch im Turnier – Wegener und Hammers. Letztere macht schon gehörig sportlichen Druck auf die drei Jahre ältere Wegener. Noch aber liegt diese vorn, schlägt Hammers im direkten Duell mit 5:2. Eine Wachablösung steht noch nicht an. Hammers schlägt sich weiter durch, packt den Sprung unter die besten 32. Nun ist sie auch richtig wach. „Mamas Zaubertrank hat geholfen“, sagt sie. Wolfgang Bohn will gar nicht kosten: „Ich bleibe lieber beim Kaffee.“

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Die Jenaerinnen Maike Hammers und Marike Wegener (rechts) im Gefecht beim Deutschen Qualifikationsturnier im Jenaer Sportforum. Marike Wegener gewinnt dieses Duell mit 5:2 und wird am Ende Neunte.

Hannah Fenger ist dann eine Nummer zu groß für Maike Hammers. Die Moerserin war an Position drei gesetzt und lässt auf der Planche keinen Zweifel an ihrer Klasse. Mit 11:3 entscheidet sie das Duell klar zu ihren Gunsten. Nur kurz ist Hammers traurig. Maike Hammers: „Platz nach oben!“ „Es war aber toll. Meine Mama war da, stand an der Bahn und hat mich angefeuert. Das hat mich riesig motiviert“, sagt sie.

Auf Platz 25 kommt sie ein. „Damit habe ich das Ziel erreicht.“ Auf Rang neun liegt sie jetzt in der deutschen A-Jugend Rangliste. „Da ist noch Platz nach oben“, sagt sie. Ab Rang vier ist man für die Weltcups qualifiziert. Das soll das nächste Etappenziel der Maike Hammers sein.

Neunte wird am Ende Marike Wegener: „Ich wollte unter die besten Acht. Aber trotzdem bin ich damit zufrieden, weil ich durchaus gut gefochten habe.“

So muss sie zuschauen beim großen Finale – sie und die anderen Jenaerinnen sehen dann, wie Charlotte Krause aus Bonn zum großen Siegeszug ansetzt. Dramatisch wird es gegen Hannah Fenger. Mit 13:12 nach Zeitablauf behält Krause die Nase vorn. Gegen Franziska Schmitz vom Olympiastützpunkt Bonn läuft es da schon etwas deutlicher: 15:10.

Im Finale steht ihr dann Kristin Behr aus Tauberbischofsheim gegenüber. Krause setzt sich durch: 15:13.