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MEM Dresden: Simon und Richard überraschen

12.04.2011

MEM 2011 - Simon McCaulley gewinnt Titel

Von Johannes Karmann

Dresden. Ein weiteres Mal jährten sich die Mitteldeutschen Meisterschaften der Schüler und B-Jugend in Dresden, auch wenn diese nun offiziell als Mitteleuropäische Meisterschaften bekannt sind.

Am Samstag waren die Herren gefordert, hier gingen Moritz Koch, Simon McCaulley, José Neumann (alle Jhg '01+), Max Bornschein (Jhg '00) und Richard Dorow (Jhg '98) für den FSC an den Start. Die drei jüngeren Schüler mussten sich 20, Max im mittleren Jahrgang 19 und Richard im ersten B-Jugendjahrgang 22  weiteren Startern stellen.

MEM 2011 Dresden Herrenflorett Schüler

Schüler des FSC Jena in Dresden (von links): Moritz Koch, Simon McCaulley, Max Bornschein, José Neumann

Die erste Runde wurde von den Jüngsten souverän gemeistert. José schaffte es dabei sogar bis auf ein Gefecht ungeschlagen zu bleiben und überraschte alle mit einem, wenn auch sehr glücklichen, Sieg gegen einen der Favoriten Cornelius Krebs. Moritz bleibt trotz 2 Niederlagen in gewohnter Manier die Ruhe selbst und Simon gab sich gleich gar keine Blöße. Dies war für ihn besonders wichtig, stand doch „der große Herr Parade“ mit an der Bahn, welcher wieder nach junge Talenten Ausschau hielt.

Nicht ganz so glücklich lief es hingegen bei Max. Er hatte einen schwarzen Tag erwischt. Trotz fleißiger Anweisungen und Aufbauarbeit an der Seite der Bahn, der Knoten wollte sich nicht lösen und so reichte es nur zu einem einzigen Sieg aus 6 Gefechten. Leider bedeutete dies das frühzeitige Aus. Das bedeutete Platz 18. Der taktische Schritt in die richtige Richtung sollte sich allerdings leicht gehen lassen und damit der Weg auf die Erfolgsschiene wieder bestritten sein.

Etwas mehr Glück hatte hingegen Richard, trotz der äußerst durchwachsene ersten Runde schaffte er es in den 16er Direktausscheid..

In der zweiten Runde wurde es nun auch für das verbliebene Schülertrio etwas schwieriger. José und Moritz schafften den Sprung in die nächste Runde mit zwei Siegen gerade so, lief es bei Simon doch noch etwas einfacher.

Die dritte Runde in der es um den Einzug unter die letzten 8 ging war dann leider für José und Moritz auch die letzte. Beide schafften nur je einen Sieg, der für Weiterkommen nötigen verfehlten beide knapp. José konnte jedoch weiter Erfahrung sammeln und konnte aber mit den erfahreneren Konkurrenten gut mithalten. Bei Moritz hingegen fehlte am Ende ein klein wenig der Pepp in den Aktionen zum möglichen Sieg, jedoch war gleich nach dem Ausscheiden noch ein anderer Grund gefunden: „Harry du hast doch gesagt, wenn du zuschaust wird das nichts.“ Moritz und José belegten damit die Plätze 10 und 11.

Während sich die Schüler durch Runden zum Finale der besten 8 fochten, bestritt die B-Jugend diesen Weg durch Direktausscheidgefechte auf 10 Treffer. Richard musste im ersten Gefecht gleich gegen den auf 2 gesetzten Machetanz antreten. Allerdings waren die mäßigen Leistungen aus der ersten Runde beim 10:4 Erfolg schnell vergessen. Den direkten Einzug ins Finale verpasste Richard  mit einer ebenso klaren Niederlage jedoch. So musste nun der Hoffnungslauf bemüht werden. Nach spannendem und nervenzehrendem Gefecht hieß es dann 9:8 für den Jenaer gegen den Konkurrenten aus Dresden, der Einzug unter die letzten 8 war geschafft.

Zwei Sportler unter den letzten 8, das am Freitag vorgegeben Tagesziel „zwei Medaillen, na gut mindestens eine, die zweite können dann die Mädels holen“ schien zum Greifen nahe. Auch wenn es kritische Gegenstimmen gab „So wie Richard heute drauf ist, glaub ich nicht das er das schafft.“. Als dann erst Simon mit gewohnt aggressiver Offensive und dann Richard mit einer taktisch sehr disziplinierten Defensive mit deutlichen Siegen den Sprung aufs Treppchen schafften war die Freude um so größer.

Im Halbfinale warteten auf beide dann allerdings Gegner die geradezu unbezwingbar schienen. Simon musste gegen Cornelius Krebs antreten, gegen den Linkshänder aus Altenburg hatte er zu Letzt große Probleme und fast keine Erfolge. An diesem Samstag jedoch gelang das langersehnte, mit einer sehr auf die Verteidigung konzentrierten Fechtweise konnte Simon das Gefecht 7:5 für sich entscheiden. Im Finale wartete derweil schon der große Favorit aus Halle, Markus Prauß.

Gegen Lehmicke gelang Richard hingegen keine weitere Überraschung, die 7:3 Niederlage bedeutete Platz 3. Doch hatte er sich wacker geschlagen, zudem war Bronze ein großer Erfolg bedenkt man wie das Turnier begonnen hatte.

Sollte der Trainer bei Moritz noch möglichst nicht in der Nähe der Bahn sein, musste er bei Simon gleich vor Ort sein. Im Finale ging es nun gegen den scheinbar kaum zu schlagenden Hallenser Markus Praus, der schon seit 2 Jahren regelmäßig vordere Plätze belegte. Der Ausgang des Gefechts schien also klar zu sein, auch wenn Simon es in Wittenau schon geschafft hatte ihn zu besiegen, kaum einer rechnete mit einem Sieg aus Jenaer Sicht. Doch wie so oft im Leben liefen die Dinge unter Fortunas Leitung etwas anders als erwartet. Simon konnte sich aus der Defensive heraus eine 5:3 Führung zur Pause erarbeiten. Als auf der Gegenseite die ersten Tränen getrocknet und das weitere Vorgehen besprochen war, wurde sie aufgefahren, die stürmische Offensive. Hatte diese doch auch schon den Weg ins Finale geebnet, so sollte sie nun auch die Goldmedaille sichern. Doch wieder kam es anders als erwartet, Simon setzte in der Verteidigung Treffer um Treffer, mal eine Parade Riposte hier, mal ein Ausfall in die Vorwärtsbewegung dort und hin und wieder auch ein glücklicher Mitstoß. Beim Stand von 8:4 kam es jedoch noch einmal zum großen Zittern und Bangen, 3 Stöße des Gegners hatten Simon unglücklich erst an der Hand und zweimal zwischen Brust und Schulter äußerst schmerzhaft erwischt. Doch mit Eisspray, aufbauenden Worten und dem Willen zum Sieg konnte das Gefecht fortgesetzt werden. Die Zeit schien sich nun dahin zu ziehen und Markus konnte durch weiter erhöhte Bemühungen in den Angriffen 3 weitere Treffer setzen. Doch schließlich gelangen Simon noch die letzten 2 Treffer zum 10:7 Endstand und der Jubel der Jenaer Fangemeinde schallte durch die Halle.

MEM 2011 Dresden Simon Siegerehrung

Siegehrung: Simon freut sich über Platz eins vor Markus Praus (Halle, li)

So endeten die Meisterschaften in Dresden, seien es nun mitteleuropäische oder doch mitteldeutsche. Der FSC Jena konnte an diesem Tag zufrieden mit einmal Gold, einmal Bronze  und wieder reichlich Erfahrungen die Rückreise antreten. Man durfte also gespannt sein, ob die Damen am Sonntag an diese Ergebnisse anknüpfen.

MEM 2011 Dresden Simon Richard Johannes

Richard (li), Simon freuen sich gemeinsam mit ihrem Trainer Johannes Karmann (re) über ein gelungenes Wochenende