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Die Knoten beginnen sich zu lösen

22.01.2011

Die Knoten beginnen sich zu lösen

von Thomas Stanek

(Fotos von http://fechten.peterjordan.net/)

 Bad Langensalza. Am vergangenen Samstag fand in Bad Langensalza das sechste Qualifikationsturnier für die Thüringer Meisterschaften statt. Entgegen der letzten 2 Turniere in Schkeuditz und Leipzig wurde in Bad Langensalza wieder mit getrennten Jahrgängen gefochten. Unter den Knapp 70 Startern wurden die Sieger des Pflaumenmußpokals 2011 gesucht. Neun Sportler der Schülergruppe des FSC Jena waren an diesem Tag am Start.

Einen besonders guten Tag erwischte Moritz Koch (Jg. 2001). Durch die krankheitsbedingte Abwesenheit von Simon McCaulley waren alle Augen der FSC Betreuer auf ihn gerichtet und diese bekamen etwas zu sehen. Die "Moritz Show", wie sie Thomas Stanek nannte, bot an diesem Tag vor allem Spannung bis in die letzte Haarspitze. Die erste Runde meisterte Moritz souverän mit nur 5 Gegentreffern. In der zweiten und dritten Runde musste er jeweils nur eine knappe Niederlage hinnehmen. "Mich hat in den Runden vor allem Moritz‘ Ruhe und Übersicht auf der Planche beeindruckt. Er hat 2 mal einen Rückstand kurz vor Schluss gedreht und eiskalt ein Gefecht im Sudden Death für sich entschieden." lobte FSC Trainer Thomas Stanek. Im Viertelfinale hieß der Gegner erneut Theo Lösche vom FSC Nordhausen, den Moritz nur knapp in der Runde besiegen konnte. Moritz kam schlecht in das Gefecht. Nach wenigen Momenten stand es schon 0:3. Unbeeindruckt vom Rückstand gelang es Ihm mit guten Aktionen das Gefecht bis zur Pause in einen 5:3 Vorsprung umzudrehen. Es folgte ein spannendes Duell bis zu 9:9. Der letzte Treffer musste die Entscheidung bringen. Moritz startete einen sehr guten Angriff und traf. Jedoch verwehrte der Kampfrichter den Treffer und lies neu aufstellen. "Doppelt hält besser" dachte sich Moritz wahrscheinlich und versuchte es mit der gleichen Aktion nochmal, diesmal überzeugte er auch den Kampfrichter und siegte. Im Halbfinale stand er dem im Moment überragenden Altenburger Cornelius Krebs gegenüber, der an diesem Tag für alle eine Nummer zu groß war und sich den Turniersieg sicherte. Der 3. Platz war der erste Podiumsplatz für den überglücklichen Moritz in seiner noch jungen Fechterkarriere. "Es war ein super Wettkampf von Ihm. Er hat wieder einen Schritt nach vorn gemacht. Er hat den Mut gefunden die Gefechte offensiver zu gestalten. Dieser fehlte Ihm leider bisher. Ich hoffe wir können diesen Mut weiter im Training ausbauen." wertete Thomas Stanek das Abschneiden von Moritz.

Bad Langensalza 2011

Im Jahrgang 2000 starte Max Bornschein für den FSC. Für ihn war das Ziel an diesem Tag weiter wichtige Punkte für die Thüringer Rangliste zu sammeln und vielleicht den Sprung in den Finale der besten 8 zu schaffen. Er zeigte gute Leistungen in der ersten Runde und qualifizierte sich mit 3 Siegen für die nächste Runde. Um unter besten 12 zu kommen brauchte Max mindestens 3 Siege. Leider sollte es an diesem Tag bei 2 siegreichen Rundengefechten bleiben. Noch 2 mal war er sehr nah dran, verpasste es aber das Gefecht für sich zu entscheiden. "Max bringt den Willen um auch noch weiter vorzudringen, doch leider bereitet Ihm hin und wieder die ausbaufähige Technik und die Konzentration Probleme in entscheidenden Momenten." so Thomas Stanek.

Im Jahrgang 1999 ging der bei den letzten Turnieren leider abwesende Robert Dorow wieder an den Start. Mit väterlicher fechterischer Unterstützung sollte der solide Start in das neue Kalenderjahr gelingen. Robert bot durchwachsende, aber trotzdem gute Leistungen in den beiden Vorrunden und konnte sich für die Runde der besten 8 qualifizieren. Im Viertelfinale wartete der etwas unkonventionelle agierende Weimarer Fechter Marcus Jennewein. Wie in der Runde gelang es Robert nicht die richtigen Mittel gegen Ihn zu finden und musste sich an diesem Tag geschlagen geben.

Im Wettbewerb der jüngsten Damen (Jg. 2001) waren Emilie Müller und Julia Breyer für den FSC am Start. Emilie zeigte zur Verwunderung ihres Trainer Johannes Karmann nicht die gewohnte Leichtigkeit und Unbekümmertheit. Sie konnte sich nach den Vorkämpfen leider nicht, wie in Leipzig, für das Finale der besten 8 qualifizieren. In der Bambini-Trostrunde fand Sie zurück zu alten Tugenden und siegte souverän. Julia kämpfte sich durch die Vorkämpfe und qualifizierte sich für das Viertelfinale. Jedoch war an diesem Tag leider Schluss an dieser Stelle. Julia belegte in der Gesamtwertung Platz 7.

Im Jahrgang 2000 gab es zwei große Achtungserfolge für Pauline Buchwald und Laura Hönnger. Laura hatte in den vergangen Wettkämpfen tieftraurig immer schon in der Vorrunde die Segel streichen müssen. Das Training der letzten Wochen hatte Laura gemeinsam mit den Trainern vor allem genutzt um sich technisch zu verbessern und das Selbstvertrauen zum konsequenten Ausstoßen aufzubauen. Die im Training gemachten Verbesserungen zeigte Sie an diesem Tag auch auf der Fechtbahn. Mit viel Mut und Willen schaffte Sie den Sprung auf das Podest und sicherte sich einen hervorragenden 3. Platz. Pauline zeigte gute Leistungen in den Vorkämpfen und qualifizierte sich sicher für das Viertelfinale und stand dort Theresa Grundmann aus Weida gegenüber. Pauline verlor leider mit 5:10. "Pauline hat im Gefecht die richtigen Aktionen gewählt und war klar technisch und taktisch überlegen, nur hat Sie einfach die Lampe nicht angemacht. Das wollen wir auf jeden Fall abstellen." stellte Thomas Stanek fest.

Lilly Rußwurm und Elisa Hänsel gingen für den FSC bei den ältesten Mädchen (Jg. 99) an den Start. Für Elisa war es das 2. Turnier überhaupt. Sie sammelte wertvolle Wettkampferfahrung. Für einen Sieg reichte es an diesem Tag nicht. "Ihr fehlt vor allem noch der Mut, aber das bekommen Wir hin" sagte FSC Trainer Johannes Karmann. Für Lilly hingegen ging es um das Wiederfinden von alten Stärken. Das Ende des letzten Kalenderjahres verlief sportlich nicht nach Lillys Vorstellungen, jedoch hatte Sie am beim Turnier in Leipzig vor 2 Wochen schon gezeigt, dass Ihr Wille zum Siegen noch immer ungebrochen ist. "Lilly fehlte vor allem das Selbstvertrauen in Ihren Aktionen. Wir haben zusammen versucht den Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit auszuräumen", so Thomas Stanek. Lilly zeigte an diesem Tag eine kontinuierliche Steigerung ihrer eigenen Leistung und kämpfte sich tapfer bis ins Halbfinale vor. Hier musste Sie sich der späteren zweitplatzierten Leonie Strecker aus Oschatz geschlagen geben.

Einen Tagessieg konnten die Schützlinge von Thomas Stanek und Johannes Karmann an diesem Tag leider nicht verbuchen, jedoch 4 Bronzepokale. "Mit dem Gesamtergebnis können wir sehr zufrieden sein. Wir haben heute fast das Maximum aus unseren Möglichkeiten gemacht. Für Moritz, Lilly und Laura habe ich mich besonders gefreut. Ich hatte das Gefühl bei allen dreien, dass sich der Knoten zu lösen beginnt oder er sich auf jeden Fall für Heute gelöst hatte. Hoffentlich können wir dies beim nächsten Mal dann auch von den restlichen FSC Fechtern sagen. Wenn wir weiter konzentriert trainieren, können wir optimistisch auf das nächste Turnier in Weida schauen", fasste Thomas Stanek das Turnier zusammen.