Logo FSC-Jena

Peter Kober und "Das erste Mal"

22.12.2010

Das erste Mal

Von Peter Kober

Jena. Warum fuchtelt mein Gegenüber mit seinem Degen immer vor meiner Nase rum? Kann er ihn nicht einmal beiseite nehmen und ruhig halten, dass ich auch einen Treffer setzen kann?

Das Weihnachtsfechten war der willkommene Anlass für mich, auch einmal mit der Waffe in der Hand sich auszuprobieren.

Der erste Erfolg - die Fechtjacke passte. Als ich sie anhatte, kam es mir so vor, als ob irgendetwas fehlte …, ach ja, das Kabel. Also Jacke noch mal aus, Kabel einfädeln, Jacke wieder an. Dann bekam ich eine Maske. „Stanek“ stand auf ihr. „Aha“, ich hatte eine Erfolgsmaske. Als ich sie aufsetzte, schlug mir ein dumpfer Geruch nach kaltem Schweiß entgegen. Der Schweiß des Siegers?

Das Anschließen des Körperkabels war mit Degen und Handschuh auch nicht so einfach, der Karabinerhaken musste noch in die Hosenöse. Gut, dass sich jemand Meiner erbarmte.

Und dann ging es los… Gruß – wie war das doch gleich? Wohin zuerst grüßen? Durch die Maske konnte ich meinen Gegner gut erkennen. Beinarbeit sei das Wichtigste, habe ich gehört, also hüpfte ich ein bisschen vor meinem Gegenüber auf der Stelle. Dabei noch in die Knie gehen. „A… runter“ ruft Herr Bohn den Mädchen immer zu. Mein Gesäß war wahrscheinlich, von außen betrachtet, der höchste Teil des Körpers.

Irgendwie sieht die Welt unter der Maske anders aus. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass meine Gegner so groß und mächtig auf mich wirkten.

Was ich mir auch nicht erklären konnte, war, dass die Lampe des Gegners aufleuchtete, wenn ich der Meinung war einen Treffer gesetzt zu haben. Am Ende hatte ich 3 Siege und 10 Niederlagen auf meinem Konto zu verbuchen.

Völlig durchgeschwitzt habe ich meine Jacke und die Maske wieder ausgezogen. Das nächste Jahr bin ich wieder dabei. Ich habe ja schließlich einen Pokal zu verteidigen – die rote Laterne.