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MEM 2010 - "Keine laschen Dillgurken, nur knackige Spreewälder"

27.09.2010

Jena. Das Blut hat die Hose längst erreicht. "Ich brauche mal einen Sani" sagt der Fechter. "Das ist grad schlecht" erwidert Wolfgang Bohn, der Präsident des Thüringer Fechtverbandes. "Der ficht gerade. Vier Punkte musst du noch warten." Am Ende reicht ein Pflaster. Dr. Carsten Dorow kann sich in Ruhe weiter mit seinem Kontrahenten streiten und Zwölfter werden bei den Mitteleuropäischen Meisterschaften im Fechten in Jena.

In den Waffengattungen Degen und Fechten werden die Besten offiziell von Mitteleuropa gesucht, gekommen sind aber nur Starter aus Mitteldeutschland. "Wir haben gar keine Ambitionen, ein größeres Turnier daraus zu machen", sagt Bohn. Der Grund heißt "Fair-Cup", mit dem WM-Qualifikationsturnier der Kadetten, das am 30. und 31. Oktober in Jena steigen wird. Mit der Organisation dieses Großereignisses hat man beim FSC Jena nämlich genug zu tun, die Kapazitäten für mehr fehlen. "Wir sind eben nur ein kleiner Verein", sagt Bohn.

Doch aus diesem "kleinen Verein" entstammt heuer ein Mitteleuropäischer Meister, Michael Stanek nämlich. Der Routinier setzte sich im Herrenflorett im finalen Duell gegen seinen Vereinskameraden Janek Löbel mit 15:8 durch.

Herrenflorett

Siegerehrung Herrenflorett
von rechts: Michael Stanek, Janek Löbel (beide FSC Jena), Bernd Stöhr, Michel Precht, Maximilian Strate (FSC Jena), Eric Braatz, Johannes Karmann, Franz Opel (beide FSC Jena)

Mit dem Degen klappte es aus Jenaer Optik nicht ganz so gut, hier landete Florian Hein als bester Lokalmatador auf Rang 25.

Die einzige Jenaer Dame machte es da schon etwas besser. Marike Wegener, gerade Landeskader auch mit dem Degen geworden, erwies sich als treffsicher und schaffte es auf Rang sieben mit der für sie noch ungewohnten Waffe. Dass es da mit dem bekannten Florett deutlich besser lief, versteht sich von selbst: Wegener marschierte schnurstracks bis in das finale Duell, dort aber war Stephanie Romanus nicht zu knacken, gegen die Leipzigerin konnte Wegener zwar Paroli bieten, verlor aber am Ende 6:15. Schon im Viertelfinale konnte Wegener ihre alte Vereinskameradin Katja Kliewer mit 15:8 ausschalten, im Semifinale dominierte sie mit 15:4 die Hallenserin Ulrike Riedel. "Marike ist nun C-Kader, das heißt, dass sie zu den besten Acht in Deutschland gehört. Das hat sie hier eindrucksvoll unter Beweis gestellt", sagt ihr Trainer Wolfgang Bohn.

Damenflorett

Siegerehrung Damenflorett
von rechts: Stefanie Romanus, Marike Wegener (FSC Jena), Lucie Nikoleizig, Ulrike Riedel, Diana Schulz, Kim Kirschen, Katja Kliewer, Anne Haupt

Und überhaupt war er mit dem Abschneiden seiner Damen zufrieden: "Es gab keine laschen Dillgurken nur knackige Spreewälder", sagt der Coach. Wie bitte? "Die Mädel haben allesamt toll gefochten", erklärt Bohn. "Rauf auf die Planche und dann explodieren." Das galt diesmal auch wieder für Juliane Beier. Die hatte vor einem Jahr die Florett in die Besenkammer gestellt und meldete sich kurzfristig und bei den Duellen gewohnt lautstark an. Zwei Siege standen am Ende zu Buche, dazu Platz 21. Besonders geschmerzt hat aber sicher die Vorrundenpleite gegen ihre Dauerrivalin Katja Kliewer. Einen Sani hat sie nach dem 2:5 gegen die Neu-Weimarerin aber nicht gebraucht. Schade, denn Carsten Dorow stand da gerade mal nicht auf der Planche.?