Logo FSC-Jena

Hausfrauensport

Entstehung und sportliches Leben in der Hausfrauensportgruppe

 

Von Wolfgang Bohn

 

Die Idee war im Verein schon immer vorhanden:

interessierten Eltern und Freunden des Fechtsports in Jena die Möglichkeit des Sporttreibens zu bieten.

 

Dank der unermüdlichen „Drängelei“ engagierter Eltern war es dann im September 2008 so weit. Die ersten Sportler kamen zur Trainingseinheit Nr. 1 … erst mal waren es nur zwei! Die „Drängler“ waren natürlich nicht dabei. Für mich war es einfach enttäuschend. Hatten wir nicht genügend Werbung gemacht, war es der falsche Tag und Zeitpunkt oder war es eine unnötige Forderung seitens der Mitglieder? Ich stand also mit den beiden Gründungssportlern in der Halle … ich ganz allein mit meiner neuen Trainingsgruppe. In meinen Augen waren es Hausfrauen, die einfach mal bewegt werden wollten. Doch da hatte ich mich deutlich getäuscht. Wahrscheinlich waren es die zwei sportlichsten „Hausfrauen“ Jenas.

Ich fing mit einfachen Übungen an und wir kamen schnell zu anspruchsvollen Elementen. Dann machte es einfach nur noch Spaß und ich tat so, als sei die Halle mit lauter „Hausfrauen“ gefüllt. Irgendwie muss sich das rum gesprochen haben. Zur Einheit Nr. 2 kamen schon acht „Hausfrauen“. Der „Hausfrauensport“ war damit als Synonym für die Montagabend Trainingseinheit geboren.

Ab Einheit Nr. 3 bestand die Hausfrauensportgruppe (HSG) nicht mehr rein aus Hausfrauen, sondern nun auch noch Hausmännern. Ich beobachtete neu entstandenen Ehrgeiz bei einigen Hausfrauensportgruppenmitgliedern. Ich wollte darauf hin die Gruppe umbenennen – keine Chance – selbst die Hausfrauensportgruppenmänner protestierten auf das Schärfste.

Nach anfänglichen leichten Übungen, Konditionstraining,  Krafttraining, Gleichgewichtsübungen wurde der Ruf nach einem Spiel laut. Als einfühlsamer Trainer hatte ich bis dahin den Einsatz (auch wenn er nicht so war, wie ich es erwartete) einzelner Hausfrauensportgruppenmitglieder gelobt bzw. mit sehr netten, zurückhaltenden Beurteilungen auf evtl. mögliche vorhandene Schwächen hingewiesen (hatten sich doch einige Hausfrauen bei ihren Kindern hinter meinem Rücken über meinen Kritik – Ton und ausbleibendes Lob beschwert), so musste ich dem Ruf nach einem Spiel nachgeben. Das war ein geschickter Schachzug bei der motivationalen Ausrichtung der Hausfrauen, war ich doch auf die Idee gekommen, Hockey spielen zu lassen.

Einheit Nr. 12, die Hausfrauenmannschaften hatten sich formiert und standen sich relativ friedfertig und gutgelaunt gegenüber. Ich warf den Ball in lässigem Bogen in die Spielfeldmitte, nachdem ich mit knappen Anweisungen die Regeln erklärt hatte. Das Spiel begann, die Hausfrauenmänner wichen elegant den etwas ungelenkig vorgetragenen Pässen der Hausfrauendamen, bzw. mehr deren Schlägern aus und die Damen spielten mitleidvoll den Herren den Ball zu. Diese Idylle eines besinnlichen Montagabendhausfrauensportgruppentreffens dauerte genau 5 Minuten.  Diese Zeit wurde benötigt, um durch das absichtliche Schieben des Hockeyschlägers eines von mir zu oft kritisierten Hausfrauensportgruppenmitgliedes zwischen die Beine eines friedfertigen Hausfrauensportgruppenmitgliedes das Gefühl der Rache wachsen zu lassen. Diese folgte auch unmittelbar und die Bemerkung „Hast du sie gesehen“ tat ihr übriges.

Die hochmotivierte Schlacht war eröffnet und führte den Kampf auf ungeahnte konditionelle Höhen. Von der Altersstruktur waren Jahrgänge zwischen 63 und 29 beteiligt. Mit pädagogischem Geschick verordnete ich auf dem Höhepunkt des Spiels eine Pause und ordnete die Neuformierung der Mannschaften an. Fehler – damit war ich zum Feind Nr. 1 geworden. Hausfrauensportgruppenmannschaft 1 wollte einfach nur Revanche von Hausfrauensportgruppenmannschaft 2, und möglichst schmerzhafte. Also kein Wechsel … erstaunlich war für mich nur, dass es in dieser Einheit keine Verletzten gab. Im Gegensatz zu allen anderen Einheiten.

Nach diesem hin und her wogenden Kampf musste ausgewertet werden. Das erfolgte in unserer Hausfrauensportgruppentraditionsgaststätte „Kernbergschänke“. In nicht endend wollender hitziger Diskussion wurde die eine oder andere Szene verbal nach gestellt und mit fortschreitender Zeit auch entstellt. Nun sind es kontinuierlich immer zwischen 9 und 12 Hausfrauen. Unentschuldigtes Fehlen wird von mir streng geahndet bzw. Entschuldigungen müssen immer in schriftlicher Form vorliegen.

Spaß macht es aber scheinbar allen, denn sie kommen trotzdem alle wieder.

 

Auch Sie könnten dabei sein, kommen Sie doch einfach mal vorbei zur Hausfrauensportgruppe des FSC Jena.

Trainingszeiten

Montag 19:30 Uhr – 21:00 Uhr Fechthalle

Übungsleiter: Wolfgang Bohn, Johannes Hufnagl, Steffen Kammel